
Haustiere und Urlaubszeit: Tipps für eine sichere und sorglose Ferienzeit

Illegaler Welpenhandel ist eine erschütternde Praxis, die große Probleme für die Tiere und die Gesellschaft insgesamt mit sich bringt. Es handelt sich dabei um den Verkauf von Welpen, die überwiegend aus Osteuropa eingeführt werden, der außerhalb der legalen und ethischen Standards erfolgt. Dieser Handel wird oft von skrupellosen Personen oder organisierten Kriminellen betrieben, die nur auf den eigenen Profit bedacht sind und keinerlei Rücksicht auf das Wohl der Tiere nehmen.
Das stille Leiden der Tiere
Einer der schwerwiegendsten Aspekte des illegalen Welpenhandels ist das Leiden der Tiere selbst. Die Welpen werden unter grausamen Bedingungen gezüchtet, oft in überfüllten und unsauberen Umgebungen gehalten. Die Hündinnen werden wiederholt zur Fortpflanzung gezwungen, ohne dass ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden berücksichtigt werden. Die Welpen leiden häufig unter mangelhafter medizinischer Versorgung, schlechter Ernährung und fehlender sozialer Interaktion. Dadurch sind sie anfällig für Krankheiten und haben oft nachhaltige Verhaltensprobleme.
Darüber hinaus werden die Welpen häufig illegal über Grenzen hinweg transportiert, was mit erheblichen Risiken verbunden ist. Sie werden in beengten Transportboxen oder Kofferräumen von Fahrzeugen versteckt, ohne ausreichende Belüftung oder angemessene Pflege. Viele Welpen sterben während des Transports aufgrund von Stress, Dehydration oder Krankheiten.
In einer von der Tierschutzstiftung VIER PFOTEN veröffentlichten Statistik zum illegalen Welpenhandel in Deutschland von 2021 heißt es dazu:
Im Jahr 2021 hat VIER PFOTEN insgesamt 211 Fälle gezählt. Insgesamt betroffen waren 1839 entdeckte Tiere, darunter 1765 Hunde und 74 Katzen. Entdeckt wurden die meisten von ihnen in Transportern auf der Autobahn oder in Wohnungen, wo sie zum Verkauf angeboten wurden. Die Tiere waren häufig in einem sehr schlechten Gesundheitszustand, schwach, ungepflegt und unterkühlt. Viele hatten Flöhe, Würmer, Milben oder andere Parasiten und litten unter Verletzungen, Augen- und Ohrenentzündungen, Husten, Durchfällen oder besonders schweren Krankheiten wie Parvovirose. Viele von ihnen wurden über Tage ohne Futter und Wasser in viel zu kleinen Boxen oder Käfigen transportiert – bis zu sechs Welpen in einer Katzentransportbox.
Probleme für Käufer und Gesellschaft
Illegale Welpenhändler nehmen bewusst Fälschungen bei den Papieren und Impfungen der Tiere vor, um die Herkunft und Gesundheit zu verschleiern. Nicht selten spritzen Verkäufer den Tieren kurz vor dem Verkauf Vitamine, um eine kurzfristige Vitalität hervorzurufen, die bereits kurz nach dem Kauf nachlässt und schwere Krankheiten aufdeckt. Käufer werden somit bewusst getäuscht und können unwissentlich kranke oder genetisch beeinträchtigte Welpen erwerben. Dies führt nicht nur zu hohen Tierarztkosten für die Käufer, sondern auch zu emotionalen Belastungen, wenn die Welpen schwer krank sind oder früh sterben.
Der illegale Welpenhandel hat zusätzlich Auswirkungen auf das Tierheim- und Tierschutzsystem. Durch den Verkauf von Welpen außerhalb des regulierten Marktes werden verantwortungsbewusste Züchter und Tierheime umgangen. Dadurch wird die Nachfrage nach geretteten und adoptierbaren Tieren verringert, während die Anzahl der Tiere in Tierheimen und Auffangstationen steigt. Dies führt zu einer Überbelegung, begrenzten Ressourcen und einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass gesunde Tiere euthanasiert werden müssen.
Online-Petition Bündnis Schattenhund
Das 2019 gegründete Bündnis Schattenhund macht im Sommer 2023 mit Hochdruck auf das Problem der Überbelegung in Deutschlands Tierheimen aufmerksam und ruft den Brandbrief Deutschlands Tierheime sind am Ende ins Leben. Weitere Infos und den Link zur Online-Petition gegen Illegalen Welpenhandel finden Sie unter www.innn.it
Bekämpfungsmaßnahmen
Um den illegalen Welpenhandel zu bekämpfen, müssen verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Es ist wichtig, die Öffentlichkeit über die Risiken und Probleme des illegalen Welpenhandels aufzuklären. Die Strafen für illegale Welpenhändler müssen drastisch verschärft werden, um abschreckend zu wirken. Außerdem muss es strengere Kontrollen und Regulierungen in Bezug auf die Hundezucht und den Verkauf von Welpen geben, um sicherzustellen, dass nur verantwortungsbewusste Züchter zum Verkauf berechtigt sind.
Dazu gehört die Überprüfung der Züchter, um eine angemessene Haltung nach klar definierten Standards, einschließlich der Haltung von Elterntieren und der Gesundheitsüberwachung zu garantieren. Regelmäßige Inspektionen und eine strenge Lizenzierung sind hier eine unerlässliche Maßnahme, dem Leid der Tiere langfristig ein Ende zu setzen.
Des Weiteren ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden, den Zoll- und Grenzschutzbehörden sowie den Tierschutzorganisationen erforderlich, um den illegalen Welpenhandel effektiv zu bekämpfen. Geheimdienste müssen kooperieren, Informationen ausgetauscht werden, um illegale Zuchtstätten und Handelsrouten aufzudecken und zu bekämpfen. Es ist außerdem wichtig, den Verbrauchern dabei zu helfen, den Unterschied zwischen legalen und illegalen Welpenquellen zu erkennen und sie über die Bedeutung des Kaufs von Welpen von seriösen Züchtern oder Tierheimen aufzuklären.
Ein weiterer maßgeblicher Aspekt bei der Bekämpfung des illegalen Welpenhandels ist die Förderung der Adoption von geretteten Tieren aus Tierheimen und Auffangstationen. Indem Menschen ermutigt werden, ein Tier zu adoptieren, anstatt zu kaufen, kann man die Nachfrage nach illegal gezüchteten Welpen reduzieren. Es bedarf ausreichender Unterstützung von Tierheimen und Rettungsorganisationen, um die Tiere angemessen zu versorgen und ihnen eine gute Vermittlung zu ermöglichen.
Wie kann ich illegalen Welpenhandel erkennen?
Es gibt einige Anzeichen, auf die Sie achten können, um illegalen Welpenhandel zu erkennen. Hier sind einige Hinweise, die auf potenziellen illegalen Welpenhandel hindeuten könnten:
- Preis: Wenn der Preis für einen Welpen ungewöhnlich niedrig ist und weit unter dem Durchschnitt für diese Rasse liegt, könnte dies ein Hinweis auf illegalen Welpenhandel sein. Oftmals werden die Preise bewusst niedrig gehalten, um Käufer anzulocken. Aber Achtung: Gerade bei Trendrassen wie Französische Bulldogge, Malteser und Labrador halten Welpenhändler ihre Tarnung durch Annäherung an das Preisniveau seriöser Züchter aufrecht.
- Verkaufsort: Wenn die Welpen an einem ungewöhnlichen Ort, wie beispielsweise an einer Straßenecke oder einem öffentlichen Park, verkauft werden, ist dies ein potenzieller Hinweis auf illegalen Handel. Auch auf Online-Anzeigenplattformen werden immer wieder illegal Welpen zum Verkauf angeboten. Seriöse Züchter oder Tierheime haben normalerweise einen festen Standort, an dem sie ihre Tiere präsentieren.
- Haltungsbedingungen: Achten Sie auf die Umgebung, in der die Welpen gehalten werden. Wenn die Tiere in unsauberen oder beengten Bereichen untergebracht sind, ohne angemessene Versorgung oder medizinische Betreuung, kann dies auf illegale Zucht hindeuten. Seriöse Züchter legen großen Wert auf die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Tiere.
- Papiere und Impfungen: Überprüfen Sie die Papiere und Impfungen, die mit dem Welpen geliefert werden. Bei illegalem Welpenhandel werden häufig gefälschte oder unvollständige Dokumente verwendet, um die Herkunft oder den Gesundheitszustand der Tiere zu verschleiern. Es ist ratsam, die Papiere von einem Tierarzt überprüfen zu lassen, um sicherzustellen, dass sie echt und korrekt sind.
- Mehrere Rassen verfügbar: Illegale Welpenhändler haben oft eine Vielzahl von Hunderassen im Angebot. Wenn ein Verkäufer mehrere Rassen zur Auswahl hat, insbesondere wenn es sich um seltene oder exotische Rassen handelt, ist Vorsicht geboten. Seriöse Züchter konzentrieren sich normalerweise auf eine oder wenige Rassen.
- Keine Informationen über die Elterntiere: Seriöse Züchter sind in der Regel stolz auf ihre Zuchtlinien und geben gerne Informationen über die Elterntiere des Welpen preis. Wenn der Verkäufer keine oder nur vage Informationen über die Elterntiere geben kann, ist dies ein möglicher Hinweis auf illegalen Handel.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Anzeichen nicht immer eindeutig auf illegalen Welpenhandel hinweisen, aber sie können dazu beitragen, verdächtige Situationen zu erkennen. Wenn Sie Bedenken haben, ist es ratsam, nicht zu kaufen und stattdessen lokale Tierheime oder seriöse Züchter zu unterstützen. Erkennen Sie Verdachtsmomente des illegalen Welpenhandels, sollten Sie dies auch der örtlichen Veterinärbehörde bzw. der Polizei und/oder, im Falle des Online-Verkaufs, den jeweiligen Portalbetreibern melden. Indem Sie verantwortungsbewusst handeln, können Sie dazu beitragen, den illegalen Welpenhandel zu bekämpfen und das Wohl der Tiere zu schützen.
Meldestellen für Verdachtsfälle von illegalem Welpenhandel
Vier Pfoten: www.vier-pfoten.de
PETA: www.peta.de
Aktuelle Informationen zu illegalem Welpenhandel auf: www.wuehltischwelpen.de
Der illegale Welpenhandel ist eine grausame und unmoralische Praxis, die das Leiden unschuldiger Tiere und gesellschaftliche Probleme verursacht. Durch eine Kombination aus Aufklärung, strengerer Gesetzgebung, verstärkter Strafverfolgung und Förderung der Adoption können wir gemeinsam dazu beitragen, den illegalen Welpenhandel zu bekämpfen und das Wohlergehen der Tiere zu schützen. Es liegt in unserer Verantwortung, für das Wohl der Tiere einzutreten und sicherzustellen, dass sie in liebevollen und verantwortungsvollen Umgebungen aufwachsen können.





